tisch mit kreuzverstrebung
Hersteller: Heinrich Murrmann
Entwurf: Egon Eiermann 1953
Reedition: Richard Lampert
Unter den Möbelentwürfen von Egon Eiermann spielen Tische eigentlich nur eine beiläufige Rolle. Eine für ihn allerdings charakteristische Konstruktionsidee ist das Gestell aus zwei seitlichen Stahlrohrrahmen, die er durch ein dazwischen geschweißtes, schräg liegendes Rohrkreuz diagonal miteinander verband. Mit einem Reißbrett als Platte (und als unmissverständlichen Hinweis auf den Ursprung dieses Entwurfs) bildete dieser »Architektentisch« die Arbeitsfläche für Generationen Karlsruher Architekturstudenten. Derselbe Gestelltyp aus verchromtem Stahlrohr und in leicht abgewandelter Dimension trug 1954 auf der Mailänder Triennale ein Klavichord. In den 60er Jahren gab es den Tisch – als »Eiermann 2« – in einer Variante mit senkrechten Kreuzstreben, entweder mittig oder nach hinten versetzt. Obwohl diese Idee von einem Assistenten stammt, nennt man es »Eiermann-Gestell«, da es vom »Eiermann 1« abgeleitet ist. Es eignet sich z. B. als Esstisch. Beide Versionen werden mittlerweile von Richard Lampert wieder hergestellt. Das Originalgestell gibt es nun auch zerlegbar. Was die Tischplatten betrifft, machte Eiermann keine Vorschriften. Er selbst arbeitete an einer massiven Lindenholzplatte, viele seiner Studenten an einem Türblatt.


