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Hersteller: Kartell
Entwurf: Richard Sapper, Marco Zanuso 1964
Der Kinderstuhl, den der Wahlitaliener Richard Sapper mit Marco Zanuso entwickelte, war eine Pionierleistung, obwohl das Projekt außergewöhnlich lange dauerte. Es gab Vorversionen in verschiedenen Materialien wie Holz, Metall oder Fiberglas. Schließlich wurde der Entwurf noch einmal komplett neu durchdacht, denn als Anfang der 60er Jahre die Patente für Thermokunststoffe abliefen, war das nahezu unbegrenzt formbare Material plötzlich erschwinglich und löste Sperrholz als Lieblingsmaterial der Möbeldesigner ab. In der zweiten Hälfte der 60er Jahre häuften sich die Innovationen, darunter der Bofinger-Stuhl BA 1175 (1966) und das Garten-Ei (1968). Sapper und sein Partner waren unter den Ersten, die den neuen Wunderstoff für ein Sitzmöbel nutzten. Das im Spritzgussverfahren geformte Polyethylen, das hier Verwendung fand, hat verschiedene Vorteile: Es ist extrem haltbar, leicht, nicht zu hart und lässt Farben zu, die Kinder anregen. Die durchweg abgerundeten Kanten und Ecken senken die Verletzungsgefahr. Ein auffälliges Detail ist die gerippte Sitzschale. Eine der wichtigsten Vorgaben war die Stapelbarkeit. Als man sich für dicke, zylindrische Beine entschied, entstand daraus die verspielte Idee, sie hinter die Rückenlehne zu klemmen. Der Stuhl war damit selbst zum Spielzeug geworden, denn aus den Einzelteilen bauen Kinder, was ihrer Fantasie entspringt.


