sinus
Hersteller: COR
Entwurf: Reinhold Adolf, Hans-Jürgen Schröpfer 1976
Jahrelang wurde er nicht mehr produziert und teilte damit das Schicksal weit bekannterer Möbelklassiker. Seine optische Überzeugungskraft gewinnt der raumgreifende Sessel durch das Zusammenwirken gleich mehrerer Besonderheiten. Dazu gehört die schwungvolle Silhouette, die weniger mathematisch ausgeklügelt als von künstlerischer Hand mit sicherem Strich gezogen scheint und schließlich die Aneinanderreihung identischer Polsterelemente. Historische Bezugspunkte sind Ludwig Mies van der Rohes Liege von 1931 und Eileen Grays ein Jahr später entstandener Sessel Pirelli, die auch bereits den Hart-Weich-Kontrast von Metall und Polsterung einsetzten. Das Besondere an Sinus: Der Rahmen aus breitem Stahlband steht auf gleich breiten Stahlkufen, die wie eine Blattfeder nachgeben und so nicht unwesentlich zum Sitzkomfort beitragen. In den Rahmen sind Gurte eingezogen und die Befestigung der Sitzkissen erfolgt über Druckknöpfe. In seiner Grundkonzeption wirkt Sinus wie eine Synthese Mies van der Rohes Barcelona-Sessel und dessen Freischwinger. Allerdings ist das Freischwinger-Prinzip hier umgekehrt, d. h. die Kufen öffnen sich nach vorn. Optisch bestimmend ist deshalb die Spannung der gegenläufigen Linien. Wird der dazu passende Hocker herangeschoben, schließt sich seitlich betrachtet die Öffnung und es entsteht ein neues und prägnantes grafisches Bild.


