quinta
Hersteller: COR
Entwurf: Michael Bayer 1959
Quadrat, Kubus, Rechteck. Schon rein formal war Quinta eine zeitgemäße Antithese zur restaurativen Gemütlichkeitskultur. Der Kontext ist unübersehbar: Was um 1955 im Industriedesign und hier insbesondere mit der Zusammenarbeit der Firma Braun und der Ulmer Hochschule für Gestaltung begonnen hatte, war nun im Wohnzimmer angekommen. Die Richtung, die Pioniere wie Hans Gugelot und Herbert Hirche vorgegeben hatten, baute Michael Bayer hier zu einem Programm ausgebaut. Quinta war das erste Polstersystem, das es den Anbauschränken gleichmachte. Die Sitzgruppe bestand aus fünf Elementen – daher der Name »Quinta« – und erlaubte einen ganz neuen, flexiblen Einrichtungsstil. Sessel, Sofa, Klappliege, Tisch und Schrank wurden in verschiedenen, zueinander passenden Varianten geliefert. Die Sitze gab es jeweils mit oder ohne Armlehnen. Ähnlich wie die Bilder an der Wand bis dahin ihren »ewigen« Platz gehabt hatten, waren auch die Möbel schwere, quasi »unverrückbare« Objekte. Diese feste Ordnung wurde nun aufgelöst. Ob im I-, L- oder U-Muster, die Sitzelemente konnten nach Bedarf gruppiert und miteinander verbunden werden. Systematik und Leichtigkeit waren Merkmale, die die Gruppe vom zeitgenössischen Mobiliar, aber auch von ihren historischen Vorgängern unterschied.


