profilsystem
Hersteller: Flötotto
Entwurf: Werksdesign 1975
Mitte der 70er Jahre entwickelte Flötotto ein Möbelsystem, das extrem einfach, praktisch und variabel sein sollte. Die Ulmer Hochschule für Gestaltung existierte bereits nicht mehr, aber ihr dem Raster geweihter Geist war mit dem Profilsystem endgültig mitten im bundesdeutschen Alltag angekommen. Kernstück des gesamten Programms war die patentierte Eckverbindung, die mit einer sehr geringen Anzahl von Normteilen und zudem ohne Leim und Verzapfung auskam. Zusammen mit den für den Namen verantwortlichen Holzprofilen entstand daraus die Rahmenkonstruktion: die Grundstruktur dieses universellen Kastenmöbels, in die farbige Flächen, etwa aus Glas oder Kunststoff, eingefasst waren. So entstand der Container, der sich beliebig reihen und stapeln ließ, als Grundeinheit für Schrankwände, -türme, Raumteiler, Regale und Vitrinen. Hinzu kamen schließlich Tische, Sessel, Betten, Vitrinen – praktisch ein komplettes Möbelprogramm, mit dem man nicht nur Wohnräume, sondern auch Arbeitsplätze ausstatten konnte. Da das Profilsystem nicht nur flexibel, sondern auch sehr robust ist, liegt die spezielle Verwendung in Schulen, Kindergärten und Kinderzimmern nahe. So entspricht die Flexibilität der Container dem Hang zum ständigen Umräumen, das mit der Dynamik von Kindergruppen einhergeht. Die bunten Baukastenmöbel, die selbst zum Spielzeug werden können, fördern die Kreativität. Zudem können Spezialmöbel, wie etwa ein Wickeltisch, aus dem System abgeleitet werden. Ein weiterer entscheidender Vorteil ist, dass beschädigte Teile einfach ausgetauscht werden können.


