Schranksystem M 125, Entwurf Hans Gugelot 1950, Hersteller Bofinger

m 125

Hersteller: Bofinger

Entwurf: Hans Gugelot 1950

 

 

Nun konnte man »Wände bauen, deren Hauptcharakteristik es ist, Behälter zu sein«, sagte Hans Gugelot. Drei Jahre tüftelte der Neuerer nebenher an seiner »Schrankwand«, mit der er große Räume unterteilen wollte, bis sie 1953 auf der Baseler Mustermesse erstmals vorgestellt wurde. Es dauerte aber noch drei weitere Jahre, bis eines der ersten und konsequentesten variablen Schranksysteme aus standardisierten Einzelteilen bei der Firma Bofinger in Produktion ging (bis 1988). Zu den Vorbildern zählten deutsche Typen- und Anbaumöbel (vgl. Richard Riemerschmid und Marcel Breuer), aber auch amerikanische Konzepte wie die Storagewall von George Nelson. Der neue Möbeltypus, der dem Einzelschrank eine variable Kombinatorik entgegensetzte, war das Ergebnis empirischen Vorgehens. Gugelot hatte vom Aktenordner bis zur Schallplatte zahlreiche Gegenstände abgemessen und die durchschnittliche Augen-, Greif- und Bedienungshöhe errechnet. Daraus leitete er die Maßeinheit von 125 Millimeter ab. Das Bauprinzip: Bretter als kleinste Einheiten werden zu festen Kuben verbunden, ein revidierbarer Prozess, der zugleich industrielle Fertigung ermöglicht. Die kunststoffbeschichteten Oberflächen, anfangs noch in Mondrian-Farben, waren hell, damit sie viel Licht reflektierten. Das universale M 125 mit seinen charakteristischen kreisförmigen Griffmulden wurde sowohl als privates Wohnmöbel wie auch als umfassende, bis in stattliche Höhen stapelbare Büroausstattung verkauft.