stapelliege
Hersteller: Müller Möbelwerkstätten
Entwurf: Rolf Heide 1968
In einer Zeit, in der das »Trampen« in Mode kam und das improvisierte Matratzenlager als »progressiv« galt, war die Idee, die Einrichtung müsse ebenso variabel sein wie das unsteter gewordene Leben, wahrlich nicht weit. Mitte der 60er Jahre entwarf Rolf Heide das erste Bett, dessen Platz nicht mehr wie bis dahin üblich – und bis heute die Regel – ein für alle Mal festgelegt war. Zum Prinzip der Beweglichkeit kam das der Mehrfachnutzung. So entstand ein Bett, das tagsüber auch als Sofa genutzt werden kann, ohne dafür eine Mechanik konstruieren zu müssen. Die Grundidee verrät schon der Name: Die Bettgestelle sind so geformt, dass sie sich übereinander gestellt ineinander verschränken. Auf diese Weise kann eine zusätzliche Schlafmöglichkeit Platz sparend und »unsichtbar« untergebracht werden. Die unverdeckten Schrauben betonen die bewusste »Low-Tech«-Lösung und den praktischen Nutzen dieses ebenso unkonventionellen wie unprätentiösen Möbels. Dass sie zerlegbar, leicht zu montieren und zu versenden ist, gehört zu den weiteren Vorzügen dieser alternativen »Kiste«. Heute wird die Stapelliege als Teil des Möbelprogramms modular (Müller Möbelwerkstätten) angeboten, in dem frühe Entwürfe von Heide wieder aufgelegt werden.


