mono-a
Hersteller: Mono
Entwurf: Peter Raacke 1959
Gerade weil es so unbedingt sachlich war, löste es einige Emotionen aus. Wie bei Hans Gugelots Phonokiste SK 4 (für Braun) ein paar Jahre zuvor und Hans Theo Baumanns nahezu zeitgleich erschienenem Schlichtservice Berlin waren die Reaktionen extrem: Einer furiosen Ablehnung auf der einen Seite stand auf der anderen eine enthusiastische Begeisterung gegenüber. Der Riss zwischen Restauration und Modernität, der quer durch die Republik ging, zeigte sich auch auf dem weiß gedeckten Esstisch. Nicht zuletzt der Verkaufserfolg von mono-a zeigt, dass die Avantgarde durchaus ihre Anhänger hatte. Revolutionär war nicht nur die spartanische Formgebung, sondern auch die hohe Qualität des Bestecks, das aufgrund seiner materialsparenden, somit wenig Abfall verursachenden Fertigungsweise auch den ökologischen Aspekt vorwegnahm. Raacke, damals Anfang Dreißig und ein Stürmer und Dränger in Sachen rationaler Produktgestaltung, schuf hier – das missbrauchte Wort sei ausnahmsweise erlaubt – eine Designikone. mono-a setzte einen neuen Standard, seine Vorgängermodelle wirkten dagegen plump. Die Griffe reduzierte der Form- und Materialbewusste zu einem schnurgeraden, flachen und hinten „abgeschnittenen“ Band, das, insbesondere bei Gabel und Löffel, auf sehr harmonische Weise in die Oberteile übergeht. Raacke prägte gleich auch noch den Auftritt der Firma. Anfangs war das Messer aus einem einzigen Stück Edelstahl gestanzt worden, dem sogenannten Monoblock. Woraus sowohl das Produkt wie auch die Marke ihren neuen Namen erhielten.


