33
Hersteller: Pott
Entwurf: Carl Pott 1976
Auf einem Gebiet, das eigentlich schon weitgehend ausgereizt schien, wurde diese Neuheit in Fachkreisen als Sensation gefeiert. Carl Pott hatte die Gabel neu erfunden. Dieses Instrument europäischer Esskultur, ein Fingerersatz, mit dem wir die zerkleinerten Speisen sicher zum Munde führen, hat der Unternehmer und Designer noch ein wenig sicherer gemacht. Dies gelang durch eine Verbreiterung des Gabelschiffs. Durch die größere Fläche sollte das Aufnehmen von Gemüse und Saucen erleichtert werden. Die Speisen bleiben so besser liegen und selbst die notorischen Erbsen fallen nicht so schnell herunter. Die logische Konsequenz des veränderten Formats: Um die einzelnen Zinken nicht unnötig breiter oder die Abstände zwischen ihnen nicht zweckwidrig weit zu machen, musste die ihre Anzahl vergrößert werden. Fünf Zinken statt vier, das war ein Novum in der mehrere Jahrhunderte alten Geschichte dieses Zivilisationsinstruments. Insgesamt handelte es sich um eine klar gegliederte Besteckform, bei der die verbreiterte Gabel mit den großflächigen Oberteilen der Löffel korrespondieren. Einen originellen grafischen Akzent erhielt das Modell 33, das insgesamt aus 31 unterschiedlichen Besteckteilen besteht – darunter auch Bouillonlöffel, Dessertgabel und Käsemesser –, durch eine feine horizontale Ritze in den am Ende abgerundeten Griffen. Dieser markante Querstrich ist ein deutliches Erkennungszeichen und unterstreicht die klare Form. Einer der letzten Entwürfe von Carl Pott ist bis heute einer der erfolgreichsten im Katalog und wurde in die Sammlungen zahlreicher Kunstgewerbe- und Designmuseen aufgenommen.


