Musikzimmerstuhl, Entwurf Richard Riemerschmid 1899, Hersteller Deutsche Werkstätten

musikzimmerstuhl

Hersteller: Deutsche Werkstätten

Entwurf: Richard Riemerschmid 1899

 

 

Das berühmte Sitzmöbel gehörte zu jenem modernen, schlicht gehaltenen Musikzimmer, das 1899 auf der Dresdener Kunstausstellung gezeigt wurde und seinen Schöpfer bekannt machte. Riemerschmidt, eine führende Figur der reformerischen Werkstätten-Bewegung und der wohl auch wirtschaftlich erfolgreichste Gestalter der ersten Reformergeneration, verstand sich auf einfache und dabei schlüssig konstruierte Möbel, die jedoch nicht banal wirken.

Manche sehen in der zur Diagonale strebenden Armlehne, die dem Musiker Armfreiheit verschafft, den ersten Schritt hin zum modernen Möbel. Diese Lehne, eine doppelt gebogene Linie, bildet spitze Winkel mit den Vorderbeinen und den schrägen Hinterbeinen und schafft somit eine Geometrie, die dem Stuhl skulpturale Qualität verleiht. Dabei sind alle Details konstruktiv begründet. Auch deshalb gilt der originelle Sitz aus Mooreiche als eines der gelungensten Möbelstücke des deutschen Jugendstils. Ursprünglich als Modell Nummer 4059 von den Vereinigten Werkstätten hergestellt, verschaffte eine schon bald von Liberty in London aufgelegte Serie dem Entwurf internationale Beachtung.