haus behrens
Hersteller: Hofmöbelfabrik J.D. Heymann
Entwurf: Peter Behrens 1901
Die vorletzte Jahrhundertwende war die Zeit großer Ausstellungen und künstlerischer Höhenflüge im deutschen Möbel- und Einrichtungsdesign. Auf der Darmstädter Mathildenhöhe zeigte die dort wirkende Künstlerkolonie im Jahr 1901 unter dem Titel »Ein Dokument deutscher Kunst« ihre neuesten Werke. Darunter war auch das Wohnhaus von Peter Behrens, das der Grafiker, Architekt und spätere Produktgestalter komplett und bis ins letzte Detail nach eigenen Ideen ausstattete. Zu den gelungensten Entwürfen zählten darin die grazilen Wohnzimmerstühle aus weiß lackiertem Pappelholz. Sie wurden Teil einer Serie, zu der auch eine Bank gehörte. Die leichte Konstruktion (es gab sie mit und ohne Armlehne) mit schmaler, ornamentaler Rückenlehne und einer sich nach vorne verbreiternden Sitzfläche wirkt wie die Jugendstil-Version eines englischen Windsor-Stuhls. Ähnlichkeiten mit dem Stuhl Bloemenwerf von Henry van de Velde und Charles Rennie Mackintoshs Stühlen mit hohen Rückenlehnen drängen sich auf. Weiß, die Farbe der Reinheit, war der Grundton des Raumes. Die Reformer verbanden damit die Vorstellung von Helligkeit und Hygiene. Die ursprünglich roten Sitzpolster aus Leder waren auf die rubinroten Füße des Behrens'schen Kelchglassatzes abgestimmt.


