Sessel F 51, Entwurf Walter Gropius 1920, Hersteller Tecta

f 51

Hersteller: Bauhaus

Entwurf: Walter Gropius 1920

Reedition: Tecta

 

Der Architekt Gropius entwarf diesen weniger berühmten Sessel und das dazugehörige Sofa in den frühen 20er Jahren für sein eigenes Direktorenzimmer – ein programmatisches Möbelstück. Es ist Teil der Architektur, aber auch in sich zeigt es Linientreue. In seinen einfachen, rechtwinkligen und miteinander verschränkten Quadern spiegeln sich konstruktivistische Prinzipien, wie sie zu jener Zeit auch bei Möbeln von Gerrit Rietveld, Marcel Breuer, Peter Keler u. a. zu finden waren. Der F 51 insgesamt wie auch der Holzrahmen formt einen Würfel, in den der Sitzraum »eingeschnitten« ist. Damit bildete er das Empfangszimmer ab, das ebenfalls ein Würfel war. Diese Systematik entsprach dem aus der Werkstätten-Bewegung bekannten Konzept des Gesamtkunstwerks, das hier erstmals in seiner minimalistischen Variante verwirklicht wurde. In seinen berühmt gewordenen »Isometrien« stellte Herbert Bayer genau diese Raumbeziehungen dar. Die freitragende Bauweise des Sessels deutet schon auf die späteren Freischwinger hin. Der F 51 wirkt geschlossen, ja massiv und repräsentativ. Im Original hatte er einen dunklen Rahmen aus Kirschbaumholz und war mit einem zitronengelben Wollstoff bezogen. Durch diesen farblichen Kontrast wurde die Form besonders deutlich unterstrichen.