s 179

Hersteller: Thonet

Entwurf: A. Bamberg

 

 

Als Requisit einer Großstadtbar oder einer Filmszene kann man ihn sich durchaus vorstellen. Der Servierwagen S 179 wirkt schlicht und zugleich mondän. Wie die Möbel Ludwig Mies van der Rohes ist er ein frühes Beispiel für die Adaption der neuen Sachlichkeit an ein bürgerliches Umfeld. Die Ausführung eines Servierwagens als Stahlrohrkonstruktion, war, insbesondere seit das Bauhaus in Mode kam, ziemlich nahe liegend und wurde von Marcel Breuer erstmals verwirklicht: in einer drei- und einer vierrädrigen Version (1928/32) mit jeweils zwei herausnehmbaren Tabletts. Der vorliegende Entwurf von Bamberg weist demgegenüber einige Besonderheiten auf. So sind die Funktionen Transport und fester Stand auf ebenso einfache wie funktionale Weise vereinbart, ohne dass etwa die Räder arretiert werden müssten. Dies gelingt durch die Beschränkung auf Vorderräder, die nur benutzt werden, wenn man den Wagen an seinem Griff anhebt. Dieser Griff ist das Ende einer mittig verlaufenden Stange, die der Konstruktion Stabilität verleiht und an der auch die Räder befestigt sind – eine unaufwändige und elegante Lösung. Bei den drei identischen Abstellflächen klingt industrielle Multiplikation ebenso an wie die parallelen Etagenbänder moderner Hochhäuser, wie sie etwa Erich Mendelsohn bei seinen Kaufhausbauten verwendete. Mit den abgerundeten Ecken erinnert S 179 auch das ein Jahr zuvor eingeweihte Berliner Shell-Haus.