1930
Hersteller: Berker
Entwurf: Robert und Hugo Berker 1930
Obwohl wir ihn tagtäglich sehen und benutzen, ist der Lichtschalter ein Bestandteil unserer Wohnumwelt, dessen Aufmerksamkeitsfaktor gegen Null geht. An seiner geringen Größe und der Tatsache, dass er eingebaut ist und deshalb in der Regel als gegeben erschien, mag es liegen, dass er lange nur von Architekten als Gestaltungselement wahrgenommen wurde. Dabei gehört er zu den wenigen Dingen, die in jedem Raum vorhanden sind und somit übergreifend den Stil der Einrichtung subtil mitdefinieren. Lichtschalter bestehen aus lediglich zwei sichtbaren Hauptelementen, nämlich dem eigentlichen Schalter und der Scheibe, die den dahinter liegenden Mechanismus verdeckt. Für solch eine Minimalapparatur gilt die allgemeine Gestaltungsregel: je einfacher ein Objekt desto eher fallen Designfehler ins Auge. Bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts hinein war der Drehschalter die Standardversion dieses Urahnen aller Bedienungsknöpfe. Ende der 20er Jahre, als die in Kunst und Architektur proklamierte „Neue Sachlichkeit“ im Alltag angekommen war, stellte die Firma Berker Versionen dieser Allerweltsvorrichtung her, die gut bedienbar und klar gegliedert waren. Die durch die Drehbewegung vorgegebene Form der runden Scheibe kehrt hier sowohl in der zentralen, durch die Größe des Drehknopfes bestimmten Vertiefung wieder, als auch in unterschiedlich gestalteten Abstufungen der Ränder. Die Befestigungsschraube ist sichtbar im Drehknopf versenkt. Der Drehknopf selbst verjüngt sich nach beiden Enden hin. Nun wurde diese frühe Drehschalterserie als Replik wieder aufgelegt und durch ihre Verwendung bei der Renovierung des historischen Dessauer Bauhaus-Gebäudes geadelt.


