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Hersteller: heute Tecnolumen
Entwurf: Marianne Brandt 1925
Die 33-jährige Marianne Brandt entwarf in der äußerst produktiven Phase 1926 – noch in Weimar – allein im ersten Halbjahr eine große Anzahl verschiedener Beleuchtungskörper, zumeist Decken- und Hängelampen, sowie eine ganze Reihe von Gebrauchsgegenständen wie Eierbecher, Service, Schalen und Dosen. Neben Christian Dell und dem Dänen Poul Hennigsen beschäftigte sich Brandt am intensivsten mit elektrischen Lampen, deren Gestaltung keineswegs ausgereift war. Wie die entstandenen Modelle belegen, bearbeitete sie ähnlich wie die genannten Kollegen ein breites Experimentierfeld: von Verstellmöglichkeiten zur Erhöhung der Beleuchtungsstärke und Optimierung der Lichtrichtung über Lichtverteilungsarten und die Einbeziehung der Umfeldbedingungen wie etwa die staubige Werkstatt bis zur Veränderung der Lichtstreuung durch den Einsatz verschiedener Werkstoffe. Deshalb existieren die jeweiligen Modelle in unterschiedlichen Varianten. Das Spiel mit Grundformen sowie das Erzielen spektakulärer Formgegensätze standen nicht mehr im Vordergrund, stattdessen ging es um serienmäßig reproduzierbare Proportionierung. Deshalb versuchte man, z. B. Produktkörper vornehmlich aus einer Form zu bilden. Der Schirm wurde entweder aus Aluminium, Neusilber oder vernickeltem Kupferblech gefertigt. Letztere Version liegt der heutigen Replik (von Tecnolumen) zugrunde. So einfach die Konstruktion sein sollte, so vielfältig war die Verwendung. Die Leuchte war für alle Bereiche gedacht, für die Wohnstube, für Gaststätten und für die Werkstatt. Wenn es etwas „zeitloses“ geben sollte, dann ist der vorliegende Entwurf ein ernsthafter Anwärter auf dieses ansonsten allzu häufig vergebene Prädikat. Sie ist der Urtyp aller Pendelleuchten.


