Schreibtischlampe "6632", Entwurf Christian Dell 1930, Hersteller Gebr. Kaiser & Co.

6632 idell

Hersteller: Gebr. Kaiser & Co.

Entwurf: Christian Dell 1930

 

 

Seine Leuchten wurden über ein halbes Jahrhundert lang hergestellt, aber bislang nicht reeditiert. Der Silberschmied Christian Dell, ein Schüler Henry van de Veldes, arbeitete am Bauhaus als Handwerksmeister in der Metallwerkstatt. Die Grundform seiner Leuchten beruht auf einem Modell, das er Mitte der 20er Jahre für die österreichische Firma Coranda entworfen hatte. Ende der 20er Jahre ging er nach Frankfurt, wo er Leiter der Metallwerkstatt der Frankfurter Kunstschule wurde. Seine Leuchten, für die die Firma Kaiser schließlich eine Lizenz erwarb, entwickelte er mit Adolf Meyer, einem weiteren Ex-Bauhäusler, nach einem fortschrittlichen Baukastenprinzip. Daraus entstand die Idell-Reihe, eine der größten Lampenfamilien, die je produziert wurde. Vorbildlich war auch ihre rationelle Montage aus wenigen variablen Einzelteilen. Das charakteristische Kugelgelenk und der Fassungsdom sind bei allen Tischleuchten gleich. Es gibt jedoch viele Schirmtypen sowie verschiedene Lampenarme und -füße. Außerdem wurden die Schirme auch für Hängelampen und – mit Schwenkarmen versehen – für Wandleuchten verwendet. Insgesamt hat der Systematiker rund 500 Leuchten entworfen. Die prägnanten Silhouetten seiner zumeist schwarz-silbernen Lichtverteiler, die den spröden Charme des „Neuen Bauens“ ausstrahlen, prägten nicht nur das Bild deutscher Amtsstuben, sondern wurden auch weltweit lizenziert. Der Typ 6632 mit verchromten Fuß, auch als „Präsidentenlampe“ bekannt, stand in manchem deutschen Chefzimmer. Für deren Sekretariate wurde dagegen eher das Schlichtmodell 6556 gewählt.