Frankfurter Küche, Entwurf Margarete Schütte-Lihotsky 1926, Hersteller Tischlerei Georg Grumbach, Gebrüder Harrer, Firma Prometheus

frankfurter küche

Hersteller: Tischlerei Georg Grumbach, Gebrüder Harrer, Firma Prometheus

Entwurf: Margarete Schütte-Lihotzky 1926

 

 

„Das Problem, die Arbeit der Hausfrau rationeller zu gestalten, ist fast für alle Schichten der Bevölkerung von gleicher Wichtigkeit“, schrieb die junge Wiener Architektin Grete Schütte-Lihotzky, die Mitte der 20er Jahre im kommunalen Projekt des „Neuen Frankfurt“ die Aufgabe hatte, die Küchenarbeit zu vereinfachen. Jene „Frankfurter Küche“, die die überzeugte Sozialistin schließlich als Ergebnis ihrer Studien vorstellte und die danach in etwa 10.000 Neubauwohnungen realisiert wurde, war wegweisend. Die engen Platzverhältnisse und die kompakte Konstruktion der Möbel und Geräte entsprach den kleinen Wohnungen, in die konventionelle Küchenmöbel gar nicht hineinpassten, ein bis heute gültiges Argument. Die Küche wurde, auch das war völlig neu, schon fertig eingebaut. Sie gilt deshalb als Urtyp der modernen Einbauküche. Es gab Vorläufer, etwa am Bauhaus oder in den Celler Siedlungen von Otto Haesler. Aber nie zuvor war die Aufgabe mit solcher Konsequenz angegangen worden. Die Verwendung moderner Materialien wie bei den Aluminiumschütten war selbstverständlich. Die Grundlage der Frankfurter Küche war das aus USA stammende Taylor-System wissenschaftlicher Arbeitsteilung. Mit der Stoppuhr wurden alle Handgriffe gemessen. Je kürzer die Arbeitszeiten, desto mehr Zeit für die Familie, war die dahinter stehende Idee. Um die Forderung der schnellen Erreichbarkeit zu erfüllen, ist sie sehr kompakt gehalten, wodurch das Bild der Küche als schlauchförmiges Kochlabor weltweit und bis in die Gegenwart hinein geprägt wurde. Alle heutigen Zeilenküchen haben hier ihren Ursprung. Dass auch die Gegenbewegung einer neuen Kommunikationsküche, wie sie etwa von der Firma Bulthaup ausging, wiederum in Deutschland entstand, ist durchaus logisch.