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Hersteller: FSB
Entwurf: Walter Gropius 1922
Sie ist ein „Symbol für die Verbindung von Architekt und industrieller Produktion“, schrieb fast euphorisch der Designhistoriker Siegfried Giedion. Entstanden im privaten Weimarer Atelier des Bauhausgründers, besteht sie aus zwei denkbar einfachen Grundformen, dem Rund- und dem Vierkantstab. Bedenkt man, dass es sich bei einer Türklinke um nichts anderes als einen Stab handelt, ist eine weitere Reduktion schwer vorstellbar. Dass der abgewinkelte Vierkantstab die Verbindung zum Türschloss bildet und der Griff ein Zylinder ist, der zur greifenden Hand passt, macht zudem Sinn. Die Ausführung in der eben beschriebenen Form hatte einige weniger elegante Vorläufer und wurde wohl erstmals im Sommer 1923 im Versuchshaus „Am Horn“ verwendet. Als Hersteller der Beschläge für das Haus „Am Horn“ ist die Berliner Bronzegießerei S. A. Loevy überliefert. Das traditionsreiche Unternehmen hatte bereits 1914 die Beschläge für Gropius’ Fabrik auf der Kölner Werkbundausstellung geliefert und galt als erste Adresse besonders für Berliner Architekten. Die spätere Dessauer Variante unterschied sich von der Weimarer Version zum einen durch ihre Größe und zum anderen durch einen deutlichen Absatz zwischen Vierkantstab und Griffrolle. Die minimalistische Türklinke wurde die 20er und 30er Jahre hindurch produziert, zählt heute – wie die Wagenfeld-Lampe und Breuers „Wassily“-Sessel – zu den frühen am Bauhaus kreierten Designikonen und wird der Einfachheit halber häufig als „Bauhaus-Klinke“ bezeichnet. Sie war so erfolgreich, dass sie bald kopiert wurde. Die Reedition durch FSB ist dem Italiener Allessandro Minini zu danken, der den Gropius-Entwurf während eines Workshops durch Materialtausch variierte und so das Augenmerk auf das Original lenkte.


