Funktionstisch Tabula Rasa, Entwuf Ginbande 1987, Hersteller Vitra

tabula rasa

Hersteller: Vitra

Entwurf: Ginbande 1987

 

 

Ein richtiger Tisch ist schwer und unverrückbar. Das statische Möbelkonzept ist wohl nirgends fester verankert als in unserer Vorstellung von einer Tischplatte und vier Beinen. Uwe Fischer und Klaus-Achim Heine, als Studio Ginbande eine Kreativwerkstatt des »Neuen Deutschen Designs«, traten an, um auch diese Konvention aufzulösen. Ihre Tisch-Bank-Kombination passt sich in ihrer Länge nicht nur der Größe der jeweiligen Tischgesellschaft an, sondern optimiert durch die Verkleinerung zugleich die Nutzbarkeit des Raumes. Tabula Rasa changiert zwischen weniger als einem und etwa fünf Meter. Um dies zu erreichen, entwickelte das Tandem eine Konstruktion aus Scherengitter- und Rollladenmechanismen sowie entsprechend segmentierten Birkenholzplatten in Sitz- bzw. Tischbreite. Zusammengeschoben verschwindet diese flexible Tafel in dem seitlich angebrachten Holzkasten. Faszinierend wie ein Zauberkunststück ist natürlich, dass der lange Tisch in einen solch kleinen Kasten überhaupt hineinpasst. Tabula Rasa, ein Entwurf, bei dem die Funktion auch die soziale Dimension umfasst, ist weit mehr als nur ein konzeptionelles Denkprodukt, bei dem die leichte Bedienung überrascht.