lia
Hersteller: Nya Nordiska
Entwurf: Design - Team Nya Nordiska u.a. 1988
Ein Polyamidgewebe begleitete zwei Jahrzehnte Firmengeschichte, erhielt auf diesem Weg acht Designpreise und demonstriert so ästhetische Langlebigkeit inmitten des Vergänglichen. Wie das geht? Als Heinz Röntgen auf der Frankfurter Heimtextil-Messe das erste Musterstück von gerade mal einem Quadratmeter – noch keine Ware war im Lager – selbst an der Wand befestigte, ließen die Reaktionen nicht lange auf sich warten. Die Karriere des Artikels mit der an japanisches Papier erinnernden Struktur ist außergewöhnlich. In 18 Varianten wurde der Dekorationsstoff zur Serienreife gebracht und als Grundware in mehr als 50 Farben produziert. Über zweieinhalb Millionen Meter Lia-Stoff verkauften sich bis heute. Durch den Einsatz neuartiger Stickereimaschinen war es Röntgen gelungen, feine Punkte in freier Anordnung und ohne gleichmäßigen Rapport auf das Grundgewebe zu setzen, was sonst nur als Handstickerei möglich war. Lia-Saki mit einem Dessin aus quadratisch gesetzten Nähten und Lia-Quinto mit einer von Dreiecken übersäten Fläche erhielten Auszeichnungen. Die gestickten Punkte von Lia-Pong und Lia-Gibson fanden viele Nachahmer in der Branche. In der Variante Lia-Daisy wurde das Grundgewebe mit applizierten Blüten versehen: Haute Couture für das Fenster. Lia-Ciao – der Artikelname sagt es – sollte 1993 eigentlich das Ende der Lia-Stickereien einläuten, doch weitere Variationen folgten.


