Sessel Flying Carpet, Entwurf Simon Desanta 1986, Hersteller Rosenthal

flying carpet

Hersteller: Rosenthal

Entwurf: Simon Desanta 1986

 

 

Bereits auf den ersten Blick wirkt er leicht und flatterhaft. Der Designer Simon Desanta, der sich durch zahlreiche Möbelpatente in der Branche einen Namen machte, schuf eine Sitzskulptur, deren Form sich aus einer Idee ergibt, auf die bereits sein metaphorischer Name anspielt. Der Sessel besteht aus einer einzigen rechteckigen Fläche, die durch zwei Knicke zum Sitz wird. Da sie verdreht ist und deshalb nur an einer Ecke des Rechtecks auf dem Boden beziehungsweise einer Fußplatte aufsetzt, wird der Eindruck erweckt, es würde fliegen. Der Entwurf ist einer derjenigen, dessen Charme in seiner verblüffenden Einfachheit liegt, die dann gleich jene oft gestellte Frage aufwirft, warum eigentlich vorher noch niemand darauf gekommen ist. Schließlich ist die federnde Konstruktion auch die erneute, abermals höchst originelle Fortschreibung der anscheinend endlosen Geschichte einer deutschen Möbelinnovation, des Freischwingers. Die dreieckige Rückenlehne lässt viel Armfreiheit. Seine unorthodoxe Form, die mit unterschiedlichen, natürlich abnehmbaren Bezügen einen spannenden Dialog eingeht, fordert zum spielerischen Umgang heraus. Eine steife, förmliche Sitzhaltung erscheint hier völlig unpassend, es ist also eine Einladung zum „Lümmeln“. All dies macht Flying Carpet, dessen Bekanntheitsgrad sich durchaus in Grenzen hält, zu einem bewunderungswürdigen Unikum mit Unterhaltungswert und höchst praktischen Qualitäten.