picado
Hersteller: Pott
Entwurf: Ralph Krämer 1991
Als sich 1984 auf der Frankfurter Messe der junge Designer Ralph Krämer, der sich gerade selbstständig gemacht hatte, bei der renommierten Firma Pott vorstellte, war nicht abzusehen, dass daraus eine der produktivsten Verbindungen dieser Branche entstehen sollte. Es dauert einige Jahre, bis der gemeinsame Durchbruch gelang. Der trägt den Namen Picado. Das Käsemesser hat zwei Merkmale, die Wendepunkte einleiteten. Es war eines der ersten, das einen Edelstahlgriff hatte, was – neben fertigungstechnischen Aspekten – eine wesentlich höhere visuelle und haptische Homogenität bedeutet. Schließlich – noch wichtiger – war es eines der äußerst raren Beispiele für die erfolgreiche Umsetzung einer asymmetrischen Form in diesem Produktbereich. Nun weiß jeder, dass die menschliche Hand nicht symmetrisch ist, aber die sich daraus ergebende Konsequenz war erstens am Markt schwer durchsetzbar und zudem eine sehr anspruchsvolle Aufgabe. „Freie“ Formen wirken allzu leicht plump. Am Anfang standen 20 höchst verschiedene Grundentwürfe, von denen vier zu Modellen wurden. Eines war der Urtyp von Picado, der schließlich nach etlichen Monaten seine endgültige Gestalt erlangte. Aus der Asymmetrie ergab sich auch die organische Form, die durchaus technische Tücken hat. Weil es keine Kanten gibt, ist das Schleifen weit diffiziler. Aus dem erfolgreichen Einzelmesser entstand später das Kinderbesteck Bonito und – auf drängende Nachfrage der Kundschaft – auch die Erwachsenenversion Bondia beziehungsweise 42. Auch diese Reihenfolge ist eigentlich branchenunüblich.


