Hängelampe YaYaHo, Entwurf Ingo Maurer 1984, Hersteller Ingo Maurer

yayaho

Hersteller: Ingo Maurer

Entwurf: Ingo Maurer 1984

 

 

Verwendet werden unter anderem Glas, Keramik, Kunststoff und Porzellan. In den 80er Jahren rückten technische Raffinesse und industrielle Materialien bei seinen Entwürfen in den Vordergrund, ohne dass sie ihren experimentellen Charakter verloren. Der große Wurf war das so oft kopierte Niedervolt-Halogensystem YaYaHo, ein Quantensprung im Leuchtendesign und ein ähnlicher Welterfolg wie Richard Sappers Schwenkkonstruktion Tizio. Die fadendünnen Seile und Kabel, die den Raum von Wand zu Wand durchziehen, tragen Leuchten, die auf Lichtpunkte reduziert sind. Da die Elemente horizontal und teilweise vertikal beweglich sind, streben die Gestaltungsmöglichkeiten gegen unendlich. Es ist ein nahezu immateriell erscheinendes Lichtsystem, ähnlich abstrakt wie der „Lichtbaustein“ von Bega, ebenso konsequent funktional wie die Strahler von Erco und so modular, wie es sich die Ulmer Schule nur gewünscht hätte. Es wirkt luftig durch den großen Seilabstand, verspielt durch die technischen Details und edel in seinem gesamten Erscheinungsbild. Das nach über zwei Jahrzehnten immer noch avantgardistische System wird nicht nur von Unternehmen und Kulturstätten genutzt, wie dem Centre Pompidou in Paris, der Villa Medici in Florenz oder dem dänischen Kunstmuseum Louisiana, sondern hat auch Eingang in die Wohnung gefunden. Wer eines der angebotenen Sets erwirbt, bekommt eine Bauanleitung mitgeliefert und wird zum eigenen Lichtregisseur. Wer möchte, bekommt aber auch ein anschlussfertiges Komplettset. Mauer hat damit ein neues Paradigma gesetzt. Die nahezu körperlose und permanent veränderbare Leuchte YaYaHo entspricht der Welt digitaler Netze.