s 20
Hersteller: Bulthaup
Entwurf: Herbert H. Schultes 1997
»Hier will ich sitzen, wenn möglich viele Stunden, und die Zeit mit Freunden und der Familie genießen«, erklärt der Designer Herbert H. Schultes. Seit anderthalb Jahrzehnten kreiert der ehemalige Designchef von Siemens für Bulthaup Küchenkonzepte und hat mit b 3 (2004) mittlerweile sein drittes Programm vorgelegt, dessen Tenor jeweils derselbe ist: Die Küche soll perfekt funktionieren, aber zugleich neben Ess- und Wohnzimmer als Lebensraum wiedererobert werden. Eine Neuheit beim S 20 war das tragende Pylonsystem aus einer Aluminiumlegierung, das man sich patentieren ließ. Der Begriff »Industriedesign« erhielt hier seine prägnante Zuspitzung und der Werkbankcharakter, durch den man Ende der 80er Jahre einen neuen Küchentypus definiert hatte, wurde zum System. Dies ist allein durch die Dominanz des Werkstoffs Metall, der für das Maschinelle und Präzise steht, offensichtlich. Die technische Dimension wurde auch auf andere Weise verdeutlicht, z. B. in den markanten, parallelen Kehlungen der Seitenwände, die zudem die Robustheit der Konstruktion signalisieren (und entfernt an die »Ju 52«, Deutschlands wohl berühmtestes Flugzeug, erinnern). Das Konzept freistehender Module wurde weiterentwickelt, die einzelnen Elemente sind am Boden nicht »verblendet«, sondern haben Füße oder Rollen, können also bei Bedarf verschoben werden. »Wir haben die Küche befreit«, freute sich Gerd Bulthaup bei der Einführung von S 20.


