Küchenbaum, Entwurf Stefan Wewerka 1984, Hersteller Tecta

küchenbaum

Hersteller: Tecta

Entwurf: Stefan Wewerka 1984

 

 

Eine massive Eisenstange – sozusagen der Baumstamm – ist das Grundelement der Konstruktion. Sie ist dreh- und höhenverstellbar und lässt sich somit sowohl den Raumverhältnissen wie auch dem Benutzer anpassen. Die verchromte Röhre dient außerdem zur Führung der Wasserleitung und der Stromkabel sowie als Halterung für die verschiedenen Funktionselemente. Diese sind fächerartig angeordnet, eine Form, die Stefan Werwerka auch bevorzugt bei seinen Tischen verwendet, weil er sie als »demokratisch« ansieht. Zu den Funktionselementen, die ausgetauscht und ergänzt werden können, gehört eine Kochplatte, eine Spüle, eine Arbeitsplatte aus Holz und ein Handtuchhalter. Der Künstlerdesigner Wewerka, der bei seinen Möbelentwürfen für die höchst ungewöhnliche Verbindung von konstruktiven und dekonstruktiven Ideen berühmt wurde, sah seinen Apparat als Teil des Konzepts Cella, einer Wohnlandschaft, bei der die Möbel von der Wand in die Mitte des Raumes rücken. Der Gedanke erinnert an die Überwindung der Blockbebauung im »Neuen Bauen« durch Zentralgebäude und verweist damit wiederum auf Wewerkas Affinität zum Bauhaus. Der Pionier für Paradigmenwechsel lieferte hiermit eine frühe Alternative zur scheinbar alternativlosen Kochzeile und darüber hinaus sind seine »Bäume« durchaus als Stehimbiss, Stehschreibtisch oder als Garderobe einsetzbar.