mono classic
Hersteller: Mono
Entwurf: Tassilo von Grolman 1981
Das Ziel, eine neue Ästhetik für den Teegenuss zu schaffen, ist ihm wohl gelungen. Seine Kanne hat in diesem Metier große Vorgänger, darunter Marianne Brandt (1924), Trude Petri (1931) und Walter Gropius (1969), jedoch keine Vorbilder. Auch nicht die in ihrer Form noch konventionelle Glaskanne, die Wilhelm Wagenfeld in den 30er Jahren entwarf (für Jenarer Glas). Was Tassilo von Grolmanns Entwurf aus Glas und Metall von allen anderen unterscheidet ist der modulare Aufbau. Hatte Braun um 1960 das Radio in seine Einzelteile zerlegte, passierte dies nun mit der Teekanne. Kanne, Gestell, Deckel, Sieb Tablett, Stövchen – alle Elemente sind voneinander getrennt, können auseinander genommen, separat gesäubert und wieder zusammengesetzt werden. Die konstruktive Grundidee steckt im Gestell aus dünnen Edelstahlstangen, ein Prinzip, das natürlich an die frühen Stahlrohrmöbel erinnert. In das Gestell wird die oben offene Glaskanne eingehängt. In diese wird wiederum das Teesieb gehängt, das in Größe und Form der Kanne entspricht. Dieses vergleichsweise große Sieb soll den Teeblättern genügen Raum zum Ziehen geben. Wird Teewasser eingefüllt, kann man die Vorgänge in Sieb und Kanne beobachten. Die Teezubereitung wird zum sinnlichen Erlebnis. Der Deckel ist eine runde, blanke Metallscheibe, die an der Vorderseite eine große Aussparung zum Schütten und an der Rückseite eine kleine für die Luftzufuhr hat. Er ist so ausbalanciert, dass er auch bei großem Kippwinkel nicht herunterfällt. Auch die Einzelteile der verschiedenen Stövchen sind nicht fixiert und werden lediglich aufeinander gelegt. Das Gewicht der Kanne selbst liefert die nötige Stabilität. Der sehr technische Entwurf, der auf jegliches dekorative Element verzichtet, wirkt sehr harmonisch.


