backenzahn
Hersteller: e15
Entwurf: Philip Mainzer 1996
Ein Höchstmaß an Gestaltungsqualität ist immer dann erreicht, lehrt das Designstudium, wenn Konstruktion und Nutzen auf zwanglose Weise auseinander hervorgehen. Genau dies ist beim Hocker Backenzahn gegeben, und zwar in einer Weise, die man kurz vor Ende des 20. Jahrhunderts wohl kaum erwartet hätte. Das kleine, klotzige Konstrukt setzt sich allein aus vier gleichen, sich nach unten verjüngenden Beinen zusammen, die aus dem Kernholz des Baumes stammen. Die doppelt symmetrische Anordnung gewinnt ihren Reiz aus der Spannung zwischen der erstaunlich einfachen Geometrie und grober Rübezahl-Ästhetik, zu der auch eine gewisse Unregelmäßigkeit der Linien und Oberflächen gehört. Die Magie des Entwurfs wird durch die treffende laut- und bedeutungsmalerische Namensgebung noch unterstrichen. Die gewollte Rauheit und die zentrale Mulde sorgen zudem für ein sicheres Sitzen. Damit gehört Backenzahn in eine Reihe mit vergleichbar einfachen, in Deutschland entstandenen Hockern wie dem Modell B 9 (1927 von Marcel Breuer), das aus der Montagehalle kam, und dem Ulmer Hocker (Hans Gugelot, 1950), der für die Denkfabrik erdacht wurde. Dass der alte Werkstoff Holz in die Zeit passt, bewies e15 wiederum mit dem massiven, zerlegbaren Tisch Bigfoot, bei dem Risse ein Teil des Designs sind.


