trio
Hersteller: Schönbuch
Entwurf: Jürgen Lange 1987
Als Jürgen Lange 1987 zur Vorstellung seines Entwurfs auf die Möbelmesse kam, gab es eine kleine Überraschung. Neben dem neuen Produkt hing ein großformatiges Porträtfoto des Designers, eine schöne, bis heute keineswegs übliche Geste. Lange, der bis heute für Schönbuch tätig ist, hatte einen Möbeltypus auf dessen Grundelemente zurückgeführt. Trio gilt als eine der ersten konsequenten Funktionsgarderoben. Ausgehend von der Überlegung, dass es im üblichen Standort Flur meist wenig Platz gibt, zum Anziehen der Mäntel und Jacken aber gerade dieser benötigt wird, sollte eine möglichst raumsparende Lösung gefunden werden. Auch die Garderobe selbst sollte sparsam sein, das heißt aus möglichst wenig Teilen bestehen. Die Idee war schließlich, die gewöhnliche, frei stehende Stangengarderobe zu halbieren und fest an der Wand zu installieren, wodurch unter anderem auch das Problem der Statik entfällt. Hauptelement ist ein Profilstab aus Holz, das in unterschiedlichen Farben zu haben ist (eine Reminiszenz an die von der Holzverarbeitung kommende Firma). Die daran in verschiedenen Höhen angebrachten Haken sind auch ein Angebot an Kinder. Darüber ist in Greifhöhe ein halbkreisförmiges Stahlrohr für die Kleiderbügel befestigt. Die Konstruktion mittels zweier Streben erinnert entfernt an eine Hängebrücke und bildet ein Dreieck. Trio ist nicht nur ein reduzierter und dabei höchst praktischer Entwurf, sondern auch ein Beispiel, wie sich ein Entwurf aus der Beziehung von Raum und Möbel entwickelt.


