santa maria

Hersteller: Extratapete

Entwurf: Kathrin Kreitmeyer, Matthias Gerber 2005

 

 

Das Tapetenbild, das sich aus der extremen Vergrößerung einer Atlasseite ergibt, zeigt eine kleine Insel irgendwo im Ozean. Das Muster bilden die aus der Geografie bekannten Elemente: das Netz der Meridiane, die Höhenlinien, die gedruckten Namen sowie die Farbschattierungen zwischen Braun und Blau. Beim Näherkommen fällt auf, dass die Rasterpunkte aufbrechen. Obwohl hier die Kunstbezüge insbesondere zur Pop-Art ins Auge springen, ist dies nicht der entscheidende Punkt. Extrapete entwickelt klare, überschaubare Kollektionen, die jeweils einem Prinzip folgen. Es geht um einen anderen, innovativen Umgang mit den grafischen Möglichkeiten der Tapete. Im Fall der Kollektion 3 ergeben sich die Motive aus vorgefundener Grafik, die Kathrin Kreimeyer und Mathias Gerber spontan gesammelt haben. Das kann eine Landkarte, ein Stück Stoff oder ein Packpapier, aber auch der Ausschnitt eines Fernsehbildes oder ein aus dem Internet heruntergeladenes Foto sein. Durch das Vergrößern bricht die Feinstruktur auf. Es entstehen Muster, die nicht artifiziell und in ihrer Lebendigkeit kaum nachzuahmen sind. Die nachträgliche Bearbeitung verstärkt den Tapetencharakter. Durch das zwar kaum identifizierbare, aber reale Ursprungsobjekt kommt noch eine inhaltliche Dimension hinzu. Wenn etwa beim Motiv Pedro der Fehldruck einer Postkarte die Umrisse eines Badeortes nur schemenhaft zeigt, scheinen darin auch die Mythen des Südens auf. So bietet der neue Wandschmuck nicht nur interessanten Stoff für unsere Wahrnehmung, sondern macht die Tapete durch den teilweise ironischen Umgang mit Bedeutungen auch auf spielerische Weise zu einem kulturellen Medium.