silver
Hersteller: interstuhl
Entwurf: Hadi Teherani 2003
Bei Büromöbeln ist es heute so wie bei Automobilen. Da alle führenden Hersteller die technischen und funktionalen Ansprüche ohnehin erfüllen, ist die gestalterische Innovation letztlich entscheidend. So ging die Firma Interstuhl auf den Hamburger Hadi Teherani zu, der den Anspruch hat, Dinge zu entwerfen, die Emotionen vermitteln und der im Starhimmel der Architekten angekommen ist. Das Ziel bestand darin, mit einem hochwertigen Drehstuhl den gängigen Stil der Gattung zu überwinden. Über die Ästhetik sollte auf diesem bis dato reichlich emotionslosen Terrain die mentale Dimension eingeführt werden. Es dauerte etwa ein Jahr bis die Idee Silver Gestalt annahm. Dazwischen lagen zahlreiche Workshops in Hamburg und Meßstetten. Der Markteinführung folgte eine öffentliche Reaktion, wie sie ein Bürostuhl hierzulande selten ausgelöst hat. Die Gründe sind offensichtlich. Was Silver von anderen Produkten derselben Klasse unterscheidet, ist die Bauweise und das Erscheinungsbild. Er besteht aus Schalen, die eine glatte, flächige Hülle bilden, die an den Eames'schen Lounge Chair erinnert und die man auch als Karosserie betrachten kann, was durch die feinen Fugen noch unterstrichen wird. Zusammen mit der namensgebenden metallischen Farbe ist die Assoziation mit einer teuren Limousine perfekt. Silver ist ein Prestigeobjekt, ein bewusst inszenierter Mythos. Seine Modularität bildet die Basis für eine ganze Produktfamilie mit hohem Erkennungs- und Identifikationswert. Das große Medien-Echo führte auch zu einer Aufwertung der Marke selbst. Nun hat Teherani das Konzept noch weitergedacht. Die nächste Stufe der Emotionalisierung sind handwerklich gefertigte Unikate, die durch edle Oberflächen aus Lack, Holz, Samt oder Seide das S-Klasse-Gefühl noch verstärken.


