form 2006
Hersteller: Arzberg
Entwurf: Peter Schmidt 2006
Berühmt für seine ebenso edlen wie schlichten Parfümflakons sowie gelegentliche Ausflüge in die Theaterwelt, hat Peter Schmidt seinen Blick, den er stets auf das Wesentliche zu richten gewohnt ist, nun dem Porzellan zugewandt. Auf diesem Terrain ist in Deutschland über die Jahrzehnte immer wieder Außergewöhnliches entstanden, darunter das Service Urbino von Trude Petri und das TAC 1 von Walter Gropius, um nur zwei Beispiele zu nennen. Auch Schmidt, der Meister des Einfachen, greift – wie könnte es anders sein – bei seinem Service auf geometrische Grundformen zurück. Das Interessante daran ist jedoch, wie er diese grafischen Bausteine miteinander verbindet: nämlich durch relativ große, „weiche“ Radien sowie das ambivalente Verhältnis von Kreis und Rechteck. Während Tassen und Kännchen Zylinderform haben, sind Saucieren, Schalen sowie Zucker- und Marmeladendosen flache Kuben mit stark abgerundeten Seitenkanten. Ein auffälliges, weil ungewöhnliches Element sind die Teller und Platten, bei denen Schmidt Rechtecke in den Kreis setzt. Dadurch entstehen unterschiedliche Randbreiten. Dies macht den Entwurf komplex und lässt ihn trotz klarer Struktur lebendig erscheinen. Wie häufig bei Servicen bildet die Kanne einen gestalterischen Mittelpunkt. Im vorliegenden Fall ist daraus ein Tischmonolith entstanden. Dass die Wahl der geometrischen Figuren nicht reine Formenspielerei ist, zeigt sich im Grundriss der Schalen, die in die Senken der Teller passen. So ergeben sich diverse Kombinationsmöglichkeiten.


