1000
Hersteller: WMF
Entwurf: Metz und Kindler 2006
Verlässlichkeit, Qualität, Sachlichkeit. Das sind Begriffe, die man mit der Marke WMF verbindet. Mut gehörte dagegen bislang nicht unbedingt zu den Eigenschaften, die dem schwäbischen Hersteller zugeschrieben wurden. Mit dieser vollautomatischen Kaffeemaschine wagt er sich nun auf ein neues Terrain. Zwar besitzen die Geislinger schon seit über 100 Jahren Erfahrungen mit dem maschinellen Kaffeekochen, aber sie entwickelten bislang ausschließlich Apparate für gewerbliche Zwecke. In diesem Metier einer der Marktführer, betrat man nun mit dem Modell 1000 den schmalen Grat zwischen privatem und nahezu gastronomietauglichem Automaten. Für den Entwurf sind die Darmstädter Designer Metz und Kindler verantwortlich, wie für etwa die Hälfte aller anderen Neuentwicklungen aus jüngster Zeit. Damit die Maschine in der Wohnung eine gute Figur macht, musste sie von allen Seiten ansehnlich gestaltet sein, denn solche nicht eben billigen Geräte werden oft an exponierter Stelle „ausgestellt“. Zugleich sollte der professionelle Charakter gewahrt werden. Das Gehäuse aus Edelstahl – in Verbindung mit seriösem Schwarz – signalisiert Hochwertigkeit und passt zu einem traditionellen Hersteller von Metallwaren. Außerdem wird dadurch der Gegensatz zu Kaffeemaschinen aus Kunststoff herausgestrichen. Die Bedienungselemente sind übersichtlich und zugleich grafisch prägnant wie zu alten Braun-Zeiten. Der zentrale, geviertelte Hauptschalter stammt allerdings aus der MP3-Ära. So wurde auf modisches Beiwerk gänzlich verzichtet, um die visuelle Verfallszeit hinauszuschieben. In dem schlichten Monolithen steckt jedoch, neben erheblicher technischer Raffinesse, viel gestalterisches und markttechnisches Geschick.


