Soester Hocker, Entwurf Christoph Böninger 2000, Hersteller Mabeg

soester hocker

Hersteller: Mabeg

Entwurf: Christoph Böninger 2000

 

 

Hocker bilden eine Nebenlinie in der Geschichte des deutschen Möbeldesigns, aber eine wiederkehrende. Ob als Stahlrohrkonstruktion (Marcel Breuer, 1926), Ulmer Kubus (Hans Gugelot, 1950) oder Backenzahn aus Kernholz (Philipp Mainzer, 1996), dieses einfachste aller Sitzmöbel hat manches Mal zu frappierenden Lösungen herausgefordert. Eine Hightech-Version lieferte Christoph Böninger. Der Münchner, der sich seit langem mit materialtechnischen Neuerungen beschäftigt, begann Ende der 90er Jahre mit Aluminiumblechen zu experimentieren, die er zu Sitzmöbeln verformen wollte. Daraus entstand der Soester Hocker, ein wahrhaftes Industriemöbel. Mit 43 Zentimeter Höhe und je 45 Zentimeter Breite und Tiefe ist er nahezu ein Würfel, aber eben nur beinah. Im Gegensatz zum berühmten Ulmer Hocker, dessen Namenskonzept er übernimmt (Soest ist der Standort der Firma Mabeg, die u. a. Haltestellen produziert), wird seine Oberfläche von fließenden Formen bestimmt. Weiche Übergänge und hartes Metall sind sinnliche Antipoden. Seitliche Ausbuchtungen, die wie eine Vorhangfalte wirken, erhöhen die Standfestigkeit. Die kreisförmige Mulde in der Sitzfläche verhindert das Abrutschen. Die durchkomponierte Wellenstruktur ähnelt den Oberflächen moderner Automobile. Auch die Leistungsfähigkeit dieses Kleinmöbels ist beachtlich: obwohl nur etwas schwerer als ein Kilogramm vermag es drei Zentner zu tragen.