Musiktruhe, Entwurf Herbert Hirche 1957, Hersteller Braun
Stereoanlage Studio 2, Entwurf Dieter Rams 1959, Hersteller Braun
Mediensystem Individual, Entwurf Phoenix Design 2004, Hersteller Loewe

1959 Innovation Hifi-Anlage

 

„Zur Stereo-Wiedergabe sind zwei Lautsprechereinheiten nötig.“ Die 1959 eingeführte Phonokombination Studio 2 war so neu, dass im Prospekt noch das Einmaleins der Stereophonie erklärt werden musste. Die Anlage, wie man später sagte, bedeutete den endgültigen Abschied vom klassischen Radioapparat. Der Übergang vom „Tonmöbel“ zum Phonosystem vollzog sich durch das Herauslösen des Radios. Das „Empfangsteil“ CE 11 – der Tuner – war der erste Baustein. Das Trennungsprinzip, das der Ulmer Student Herbert Lindinger, ein Schüler Hans Gugelots, in seiner Diplomarbeit entwickelt hatte, war wegweisend. Die aufeinander abgestimmten Komponenten konnten nach den jeweiligen Anforderungen des Geräts unabhängig entwickelt und vom Benutzer nach Bedarf über- oder nebeneinander aufgestellt werden. Außerdem steckte darin bereits die Option für den Benutzer, die Geräte individuell zusammenzustellen. Der Verstärker, im CS 11 noch mit dem Plattenspieler vereint, emanzipierte sich zwei Jahre später (mit dem Gerät CSV 13 ). Studio 2 nahm bereits einiges von dem vorweg, wie Hifi-Geräte danach über Jahrzehnte hinweg aussahen. Dazu gehörte die Farbe Silber und das Format des flachen Schuhkartons mit vorgesetzter Instrumententafel, wie man sie bis dahin von technischen Apparaturen kannte. Industrielle Kühle bestimmte auch die Bedienungsteile, deren rationale Anordnung den Eindruck wissenschaftlicher Präzision vermittelte. Aus einem solch sauberen Design können nur reine Töne kommen. Die Hifi-Anlage wurde zum Kultobjekt der Beatles-Generation.