Drehstuhl FS, Entwurf Klaus Frank und Werner Sauer 1980, Hersteller Wilkhahn

FS

Hersteller Wilkhahn
Entwurf: Klaus Franck, Werner Sauer 1980

Bürostühle – halb Möbel, halb Arbeitswerkzeug – sind Zwitterwesen. Sie haben ihre eigene, lange Tradition, aber in den Olymp der Designikonen sind sie selten aufgestiegen. Eine der Ausnahmen ist das Modell FS von Wilkhahn. Es bedeutete nicht mehr und nicht weniger als einen Paradigmenwechsel. Die, die ihn bewirkten und dem Stuhl den Namen gaben, verkörpern klassisches deutsches auf Innovation und Funktion ausgerichtetes Industriedesign. Während Bürostühle bis dahin, noch verstärkt in den ergonomiebesessenen 70er Jahren, die Einstellmöglichkeiten ins Vielfache steigerten, war FS das erste Modell, das sich praktisch von selber regelt. Sein wesentliches, konstruktives und zugleich gestalterisches Merkmal sind die seitlichen Schwenkarme. Sie bewirken in Verbindung mit der flexiblen Mittelzone der Sitzschale und der vorn liegenden Drehachse des Sitzes, dass Sitz und Rücken immer den günstigsten Neigungswinkel zueinander bilden. Der Körper wird abgestützt, ob man nun vornübergebeugt arbeitet oder sich entspannt zurücklehnt. Um dies zu erreichen, waren viele Versuchsmodelle nötig, mit denen etwa das Verhalten der Torsionsfeder und der in der Biegezone kräftig ausgebuchteten Sitzschale getestet wurden. Mittels »Durchdringung des Produktsystems mit einheitlich gestalteten, sichtbaren Funktionselementen« wurde ein hoher Wiedererkennungswert erreicht. Von FS sind mittlerweile drei Millionen Exemplare weltweit im Einsatz.