WILDE + SPIETH
Möbelhersteller, Esslingen / Baden-Württemberg
Über 100 Jahre gab es den Schreinerbetrieb schon, der sich Anfang des letzten Jahrhunderts auf Rollläden spezialisiert hatte, als der Architekt Egon Eiermann im Jahr 1948 anfragte, ob er denn auch Stühle haben könne. Es war der Anfang einer jener produktiven Partnerschaften zwischen einem Designer und einem Unternehmen, die wie hier ganz offenbar im richtigen Moment aufeinander treffen.
Das Bild der jungen Republik
Allein bis 1950, also noch in der unmittelbaren Nachkriegszeit, entstanden sieben verschiedene Eiermann-Modelle. Im darauffolgenden Jahrzehnt kam noch einmal rund ein Dutzend hinzu. Und obwohl das Interesse an diesen modernen Klassikern wie üblich über die Jahrzehnte schwankte, sind einige von ihnen seit ihrer Entstehung durchgehend auf dem Markt: darunter der Sperrholzstuhl SE 68 (1950), der Klappstuhl SE 18 und der Klapptisch SE 319 (beide 1952). Andere wurden wieder aufgelegt wie z. B. der Dreibeinstuhl SE 42 (1948). Alle Entwürfe weisen direkte Beziehungen zu Designentwicklungen in anderen Ländern auf und zeigen Eiermann zugleich als eigenständigen Gestalter, der das Bild der jungen Bundesrepublik mit prägte - in Architektur und Design.


