Konferenztischprogramm 850

SDR+

Möbelhersteller, Köln / Nordrhein-Westfalen

 

Am Anfang stand ein Schock. Als 1995 die legendäre Möbelfirma Vitsoe, berühmt für ihre langjährige Zusammenarbeit mit Dieter Rams, die Produktion einstellte, waren dessen Möbelentwürfe plötzlich nicht mehr verfügbar. Sechs renommierte deutsche Einrichtungshäuser reagierten spontan, taten sich zusammen und erwarben die Lizenzrechte. Unter dem Kürzel sdr – für Systemmöbel Dieter Rams – sollte die Produktion fortgeführt werden. Das Plus steht für den Anspruch auf Weiterentwicklung. Insbesondere Hausdesigner Thomas Merkel hat Rams'sche Entwürfe kongenial überarbeitet und dazu Eigenes beigesteuert. Begonnen wurde mit vier Programmen, dem Regalsystem 606, dem Sessel 620, dem Tisch 570 und den Schränken 710. Aufgrund großer Nachfrage wurde das Konferenztischprogramm 850 überarbeitet und sehr erfolgreich wieder eingeführt. Als Ergänzung folgte Ende der 90er Jahre das Containerprogramm 980, eine Kooperation von Rams und Merkel. Eine Leitlinie des Sortiments ist der Grundsatz, dass nicht nur die Programme in sich als System angelegt sind, sondern sich auch alle Einzelsysteme untereinander kombinieren lassen. Nach dem bekannten Credo, das Rams als Chefdesigner der Firma Braun vier Jahrzehnte lang vertrat, sollen alle Möbel so gestaltet sein, dass sie sich nicht aufdrängen, sondern „dienend“ im Hintergrund bleiben. Dies sieht man als wesentliche Voraussetzung für eine lebenslange Mensch-Möbel-Liaison. Zudem ist damit der Vorteil verbunden, dass sich die „neutralen“ Entwürfe in nahezu jede Umgebung einfügen. Auch die Namen haben System: In ihnen steckt das jeweilige Entwurfsjahr. So entstanden die von Rams und Merkel entwickelten Satztische 010 im Jahr 2001, zwei Jahre später die Garderoben 030. Alle Möbel werden in Deutschland gefertigt, einerseits um die Qualität zu garantieren, aber auch um schnell und flexibel auf Kundenwünsche reagieren zu können.