Wandhaken XY

Schönbuch

Garderobenhersteller, Bad Königshofen / Bayern

 

Der Flur wird von Architekten, Designern und leider häufig auch den Bewohnern heutzutage eher stiefmütterlich behandelt. Aber wie beim ähnlich vernachlässigten Badezimmer, das gegenwärtig eine Renaissance erlebt, steckt in diesem Durchgangsbereich, gerade auch weil er so lange unterschätzt wurde, eine Menge Gestaltungspotenzial. Dafür steht das Unternehmen, dessen Name von einem großen, zwischen
Stuttgart und Tübingen gelegenen Waldgebiet stammt. Schönbuch, ursprünglich ein holzverarbeitender Betrieb, der seine Produktion in den 80er Jahren auslagerte, ist seit nahezu einem
halben Jahrhundert Spezialist für die intelligent gestaltete Garderobe. Zum Konzept gehörte schon früh die kontinuierliche Zusammenarbeit mit externen Designern wie Thomas Althaus, Ulf Moritz, Andreas Weber oder Jürgen Lange, der mit dem Modell Trio einen Bestseller lieferte, der anscheinend kein ästhetisches Verfallsdatum hat. Hohe Anforderungen bei diesem typischen Nischenthema stellen nicht nur die gewöhnlich engen Raumverhältnisse, sondern auch die nicht genormten Abmessungen, die es unmöglich machen, auf gängige Angebote des Möbelhandels zurückzugreifen. Nach einem Besitzerwechsel baut das Unternehmen seit Ende 2004 seine weitgehende, kreative Alleinstellung auf diesem Randgebiet konsequent aus. Dazu dient nicht zuletzt eine Modelloffensive mit Entwürfen junger, zumeist deutscher Designer. Zu den Neuheiten für das zeitgemäße Entree gehört Up an Down, eine meandrierende Kreuzung zwischen Regal und klassischer Garderobe der Münchnerin Carmen Stallbaumer. Auch ein Möbel für das Nachhausekommen aber deutlich anders geartet ist die Hängekonsole Hesperide des Berliners Carsten Gollnick, ein horizontaler Setzkasten in Holz und Leder. Das Studio Jehs + Laub aus Hannover steuerte mit Stripes und Match gleich zwei Entwürfe zum verjüngten Sortiment bei, beides streng rechtwinklige Kastensysteme, die schlicht und dabei überraschend
variabel sind.