Raumwerk
Möbelhersteller, Stuttgart / Baden-Württemberg
Am Anfang standen die Lehrmeister Schwabe Heinrich Schuhmacher und der Japaner Toshio Òdate. Um Möbel nach eigenen Vorstellungen fertigen zu können, richtete sich der Schreiner und Architekt Joachim Bürklein mit seiner Frau, der Architektin Inge Hebeda, auf einem Bauernhof einen eigenen Betrieb ein. Dort werden die Modelle von der Ideenskizze über die zeichnerische Aufbereitung mit dem Computer eins zu eins in Prototypen umgesetzt, wobei immer wieder einzelne Elemente herausgelöst und in verschiedenen Varianten gebaut werden, bis sie der Grundidee am nächsten kommen. „Bis zum Schluss Einfluss auf die Gestalt zu nehmen und die Arbeit direkt am Material, sind für uns von existenzieller Bedeutung“, erklärt Bürklein. Holz steht im Mittelpunkt, nicht zuletzt weil es sich um einen sinnlichen Werkstoff handelt, aber auch andere Materialien wie Acryl, Aluminium, Stahl und Polycarbonat finden Verwendung. Eine der bevorzugten Materialkombinationen ist Holz und weiß satiniertes Acrylglas, so zu finden beim Sideboard, bei den Nachttischen und bei der Kommode Klippklapp. Raumwerk-Möbel können meist mehr, als man auf den ersten Blick wahrnimmt: durch Klappen, Aufdrehen, Stapeln, Schieben – Veränderungen, die leicht von der Hand gehen und eine unerwartete Funktion eröffnen. So ist das Gästebett (2001) kein herkömmlich-schwerfälliges Bettsofa, sondern eine einsichtige Holzkonstruktion, die zusammengeklappt als Bank dient. Die dabei gebildete Mulde sorgt für ausreichend Sitzkomfort. Beim leichten Postbett sind die Bettkästen durch „optische Täuschung“ versteckt. Sie werden durch die zum Rahmen gehörenden Latten verdeckt, die zugleich auch als Griff dienen, mit denen sich die verdeckten Kästen über Eck ausfahren lassen. Durch die prägnante Struktur der parallelen Latten, das feine geölte Birnbaumholz und die subtile Detailbehandlung erhält das Möbelstück seine besondere Ausstrahlung.


