britz
Hersteller: MawaDesign
Entwurf: Wilhelm Braun-Feldweg 1962
Dass Wilhelm Braun-Feldweg, Pionier moderner Produktgestaltung und Verächter alles Modischen, der seit Ende der 50er Jahre als Designer, Künstler und Hochschullehrer im Westen des geteilten Berlin arbeitete, eine Leuchtenserie nach seiner neuen Wahlheimat benannte, war wohl auch eine Verneigung gegenüber dem einstigen Zentrum der klassischen Moderne. Nun hat die Firma Mawa diese Entwürfe aus der zweiten bundesdeutschen Moderne, die so explizit an die erste anknüpfte, wieder aufgelegt. Die Wandleuchte Britz – benannt nach jenem Stadtteil im Berliner Süden, in dem in den 20er Jahren Bruno Tauts berühmte Hufeisensiedlung entstand – ist dafür ein schlagendes Beispiel. Ihr Messinggehäuse ist matt vernickelt, gebürstet und innen weiß lackiert. Es bildet zur Vorderseite ein farblich homogenes Rechteck, das als Blende fungiert. Um sie herum entsteht ein Lichtkranz, der sich je nach Stellung der Lampe verändert. Die Seitenteile sind Dreiecke, deren Spitzen zur Wand zeigen, sodass die Leuchte mittels Scharnier nach oben und unten gekippt werden kann. Ganz nach unten gedrückt wird das Licht vollständig zur Decke geworfen, umgekehrt vollständig zum Boden. In einer der Zwischenstellungen wird in beide Richtungen mehr oder minder stark gestrahlt. Dieser an einen Kippschalter erinnernde Mechanismus, der sofort einleuchtet, erzeugt ein schönes indirektes Licht mit sehr geringem technischen Aufwand. So kann die Lichtstimmung mit einem einzigen Handgriff deutlich verändert werden.


