Profession 9100

Hersteller: Kusch + Co.
Entwurf: Justus Kolberg, 2000

 

Als der Designer Justus Kolberg für den Tisch einen Scherenmechanismus vorschlug, war Kusch Senior sofort einverstanden, denn die Firma besaß noch ein entsprechendes Patent. »Nur wenn man sich die Bälle gegenseitig zuspielt, kann man ein hohes Niveau erreichen«, sagt Kolberg, der für Kusch + Co. die Konferenzmöbel Profession entwickelte, eine Produktfamilie, wie sie in dieser Vollständigkeit und Geschlossenheit Seltenheitswert besitzt. Es ist ein Beispiel für eine bewusst gepflegte Designkultur, durch die sich die technische Kompetenz des Herstellers und die Ideen des Designers weiterentwickeln. Auch der Stuhl ist nach dem Scherenprinzip konstruiert – an sich nichts Neues, aber durch Details wie die hochklappbare Armlehne und die Verbindung zweier elliptischer Profile, die von einem runden Rohr durchbrochen werden, ist er nicht nur besonders stabil, sondern kann auch sehr eng zusammengeschoben, d. h. »gestaffelt« werden (ebenso wie der Tisch). So können viele Stühle (oder Tische) gleichzeitig von einer Person transportiert werden. Profession entspricht hiermit den flexibler gewordenen Konferenz- und Seminarmethoden, bei denen zunehmend in wechselnden Gruppen und Räumen gearbeitet wird. Auch das Zubehör wird dem gerecht: So kann der Rollwagen sowohl für Computerarbeit wie für Projektion eingesetzt werden, eignet sich aber genauso gut als Servierwagen. Bei dessen Aufbau hatte Kolberg die Träger alter Stahlwerke vor Augen.