JAB Anstoetz
Textil- und Möbelhersteller, Bielefeld / NRW
Durch offensives Marketing, das den Firmennamen mit dem Gesicht von Ralph Anstoetz verbindet, traten die Westfalen in den letzten Jahren aus ihrer bis dahin gewahrten Anonymität heraus. Damit verbunden war die Metamorphose vom eher traditionellen Textilverlag zum Lieferanten für die Lust auf Stil und Lebensqualität. Da lag die Erkenntnis nicht fern, dass Dessin und Design eng verwandte Begriffe sind. Schließlich gehen die Anwendungen von Textilien im Wohndesign gegen unendlich: von Vorhängen über Möbelbezüge und Decken bis hin zu Teppichen. Die JAB-Gruppe, zu der neben den Bielefelder Möbelwerkstätten auch die Designmarke Carpet Concept gehört, ist hier Komplettanbieter und mit etwa 1.300 Mitarbeitern und einem Umsatz weit oberhalb der 200-Millionen-Euro-Marke einer der Branchenführer. Spezialitäten im Sortiment wie eine Rosshaar-Kollektion oder Hightechgewebe wie die äußerst unempfindlichen Color-Protect-Bezüge, unterstreichen den Anspruch auf Exklusivität und hohes technisches Niveau. Nicht zuletzt als scharfes Unterscheidungsmerkmal in der globalen Konkurrenz hat man seit den 90er Jahren ein Designklima geschaffen, das nur schwer zu kopieren ist. Ein bedeutender Schritt, um die eigene Gestaltungskompetenz zu dokumentieren, war die Design Edition im Jahr 2000. Autorendesign in einer in der Teppichbranche bis dahin nicht da gewesenen Dimension. Eigene Reihen, bei denen das Rechteck als Rahmen für unterschiedlichste Interpretationen fungiert, lieferten der Italiener Rodolfo Dordoni, der Engländer Ross Lovegrove, die Franzosen Pascal und Mikael Mourgue und die Deutschen Konstantin Grcic und Peter Maly, allesamt aus der Champions League ihres Metiers. Auch die Zusammenarbeit mit dem Niederländer Marty Lamers, einem Designerkünstler und langjährigen Mitarbeiter von Ulf Moritz, passt in diese Strategie. Daraus ging 2004 die Kollektion Showroom hervor, die durch ihre Materialkombinationen überrascht und inzwischen in drei Auflagen vorliegt. Das von Maly und dessen Partner Carsten Gollnick entworfene, ungewöhnlich umfassende Gardinenstangensystem Metropolitan setzte aufgrund seiner Variabilität und formalen Stringenz Maßstäbe. Weitere Designer, die das Sortiment durch zeitgenössische Teppiche erweiterten und dafür ausgezeichnet wurden, sind Elke Klar, Christian Werner und das Studio Vertijet.


