Schrankwand SL, Entwurf Team Form AG 1963, Hersteller interlübke

interlübke / SL

Hersteller: interlübke
Entwurf: Team Form AG 1963

 

Dass die Firma den Namen dieses Möbelstücks schließlich selbst annahm, sagt eigentlich alles über dessen Bedeutung für das Unternehmen aus. Die Schrankwand interlübke (heute SL) war die Initialzündung, der das westfälische Unternehmen seinen Aufstieg und auch sein eindeutiges Profil verdankt. Eigentlich kam der Entwurf als eine ungefragt eingesandte Idee ins Haus und wäre fast ungesehen in den Papierkorb gewandert. Walter Müller von Team Form, einem Schweizer Büro, das bis heute für interlübke arbeitet, hatte ein Rundschreiben an deutsche Möbelhersteller geschickt, in dem ein neuartiges und damals höchst ungewöhnliches Schranksystem vorgeschlagen wurde. Für den Unternehmer Leo Lübke war daran besonders interessant, dass es aus nur ganz wenigen Teilen gebaut werden konnte, denn oberer Kranz und Sockel waren identisch. Wenn man den Schrank also um 180 Grad drehte, wurde aus dem oberen Teil der untere. So konnte im Anbauverfahren ein Endlosschrank gebaut werden. Dieser reichte von Wand zu Wand und vom Boden zur Decke und war als eine große, in neutralem Weiß gehaltene Fläche das Gegenstück zum traditionellen Einzelschrank, aber auch eine Alternative zur kleinteiligen, modularen Schrankwand wie dem System M 125 von Hans Gugelot (1950). Dem ästhetisch reizvollen additiven Prinzip, signifikant durch die in gleicher Richtung öffnenden Türen, entsprach jedoch ein höchst variabler innerer Aufbau.