Schrankwand Partout

Gwinner

Kastenmöbelhersteller, Pfalsgrafenweiler / Baden-Württemberg

 

Als sich die Firma 1953 erstmals auf der Kölner Möbelmesse zeigte, gehörte sie zu den Pionieren. Erst ein Jahrzehnt später begann die Serienproduktion. Während das Sortiment bis dahin eher Normalkost bot, bedeutete die Rundbogen-Wohnwand Team Bahia (von Heiner Stetler, Adolf Suter und Kurt Erni) Ende der 70er Jahre einen neuen Typus, ebenso wie Mitte der 90er Jahre das Stapelcontainerprogramm Window (von Thomas Althaus). Mit Entwürfen wie den Einrichtungssystemen Goa und Switch (2001 und 2003 von Axel Enthofen) und der Wohnwand Partout (2005 von Sandra Simrack) möchte man an diese Erfolge anknüpfen. Entstanden aus einer Schreinerei im Schwarzwald, jener traditionellen Region für Wohn- und Möbeldesign (vgl. Rolf Benz, eine Firma in unmittelbarer Nachbarschaft, die wie Gwinner zur „Gütegemeinschaft Möbel“ gehört), entwickelte sich das Unternehmen verstärkt seit den 60er Jahren zu einem der führenden deutschen Hersteller für echtholzfurnierte Wohnwandsysteme mit heute über 200 Mitarbeitern. Bereits Mitte der 70er Jahre wurde der Bau der neuen Verwaltung mit einer großflächigen Werksausstellung verbunden. Als Anfang dieses Jahrhunderts die Gründerfamilie die Firmenleitung verließ, erfolgte eine Neufirmierung, die auch eine Umstrukturierung des Programms mit sich brachte. Neben Gwinner Wohndesign soll nun Gwinner International die anspruchsvolle Vermarktung der Bereiche „Office“ und „Living“ repräsentieren. Dahinter steht die Idee, den immer noch guten Klang des Prädikats „Made in Germany“ mit einer exportorientierten Strategie zu verbinden. Das preisgekrönte System Inova (von Peter Wolf), mit dem das Brückenprinzip zwar nicht neu erfunden, aber doch konsequent interpretiert wurde, setzte im Bürobereich Akzente. Auch das Schranksystem Partout (2006 von Dietmar Henschke), das als dreidimensionales Passepartout einen Rahmen und zugleich einen umschlossenen Innenraum bildet, hat durchaus Neuigkeitswert. Diese duale Konstellation bietet Möglichkeiten für Farb- und Lichtkontraste sowie ein unterschiedliches Bespielen der „Bühne“.