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FSB

Türgriffhersteller, Brakel / Nordrhein-Westfalen

 

»Die Erfindung der Tür ist nicht geringer zu veranschlagen als die der Werkzeuge, des Rades oder des Feuers«, stellt der Architekturkritiker Wolfgang Pehnt in einem Buch der Firma FSB fest  (Drinnen und draußen, in: Zugänge – Ausgänge, Hrsg. Otl Aicher u. a. 1987).

Dem Hersteller von Türdrückern ist es gelungen, den Gegenstand seiner Geschäfte aus den profanen Niederungen des Alltäglichen herauszuheben und ihn mit kulturellem, ja anthropologischem Sinn zu versehen. Am Anfang stand wieder einmal der Ulmer Otl Aicher, Mentor der bundesdeutschen Designkultur, der auch Firmen wie Braun, Erco und Lufthansa mit Denkleitlinien ausrüstete. Ein Workshop, zu dem Geschäftsführer Jürgen W. Braun in den designbewegten 80er Jahren einlud, war der Beginn dessen, was später »Autorendesign« genannt wurde. So entstand eine exklusive Kollektion von Türklinken, die ganz im Sinne des Klardenkers Aicher in eine Kommunikationsstrategie eingebunden wurde. Fünf Jahre dauerte die Prozedur. Jedes Detail wurde unter die Lupe genommen. Vom Logo bis zur Hausschrift, von der Werbung bis zum Lieferschein blieb nichts beim Alten. Zum neuen Auftritt gehörte auch eine Buchreihe, die sich mit Metathemen wie der »Sprache der Hände«, Fragen der Architektur oder dem »Mythos des Funktionalismus« beschäftigt und die im Jahr des 125. Firmenjubiläums bereits 16 Bände umfasste. Schließlich hatte Aicher sogar vier »Gebote« des guten Greifens verordnet. Wenig Spielraum für Design sollte man meinen. Doch die Firma aus dem Weserbergland, die mit 1.300 Mitarbeitern zu den Großen der Branche zählt, hat inzwischen ein eigenes Klinkenuniversum entwickelt, das Seinesgleichen sucht und auch Beschläge, Türknöpfe und -puffer sowie Möbel- und Fenstergriffe umfasst. Zum Kern der Kollektion gehören die Entwürfe des Graveurs Johannes Potente. Dessen hauseigene, dem weichen Formenkanon der Zeit folgende Klinkenmodelle aus den 50er und 60er Jahren, darunter das Langzeitprodukt 1034, sind heute nicht nur Bestseller, sondern fanden auch Aufnahme in die ständige Sammlung des Museum of Modern Art in New York. Dort sind etliche der »Autoren«, die für die deutsche Renommiermarke gearbeitet haben, ohnehin schon vertreten:
von Mario Botta, Peter Eisenmann und Christoph Ingenhoven über Erik Magnussen und Jasper Morrison bis Dieter Rams und Philippe Starck. Aber man ist sich auch nicht zu schade für namenlose Innovationen im letzten Detail. Zu den jüngsten Neuerungen der Ostwestfalen gehören u. a. leuchtende LEDRosetten, plan versenkte Rosetten und eine Serie »barrierefreier« Klinken.