extratapete
Tapetenhersteller, Berlin
Alles begann mit der Sammellust der Grafiker Kathrin Kreitmeyer und Matthias Gerber sowie ihrem zunächst noch absichtslosen Interesse für Alltagsgrafik auf Einwickelpapier oder alten Tapetenresten – also grafische »objets trouvés«. Die Idee, eigene Tapetenentwürfe zu realisieren, war mit den traditionellen, sehr auf- wändigen Herstellungsverfahren nicht denkbar. Erst mit Hilfe eines experimentierfreudigen Familienbetriebes gelang es, eine neue, weit einfachere Technik zu entwickeln, die geringere Auflagen und somit auch andere als die eingefahrenen Vertriebswege möglich macht.
Durch Innovation zu neuer Ästhetik. Die beiden Einsteiger stießen auf eine Marktlücke in einer Branche, in der deutsche Hersteller wie Erfurt oder Rasch zwar einst die Moderne eingeläutet hatten, gegenwärtig aber Aufregendes eher Mangelware ist. Seit 2002 werden im ehemals Ostberliner, mit Kultur und Subkultur durchwachsenen Viertel um den Prenzlauer Berg Tapeten in Kleinstauflagen entwickelt. Vorteil des neuen Verfahrens, das Muster bis zu vier Meter Länge und Bildtapeten in unterschiedlichen Formaten erlaubt, liegt nicht nur in der unbegrenzten Vielfalt der Motive, die nicht unbedingt konsensfähig sein müssen, sondern auch in der dadurch weit variableren Raumgestaltung.



