Stuhl Milanolight von Brunner, Entwurf Wolfgang C. Mezger 2004

Brunner

Möbelhersteller, Rheinau / Baden-Württemberg

 

„Das Produktprogramm umfasst Wartemöbel für Foyerbereiche in Verwaltungsgebäuden, Stühle und Tische für Seminar- und Konferenzräume, Bürodrehstühle, Möbel für Cafeteria und Kantine, Großraumbestuhlungen sowie Möbel für Seniorenheime und Krankenhäuser.“ Die hier definierten Tätigkeitsfelder klingen geschäftsmäßig präzise, aber wecken, wenn auch recht weit gefächert, kaum Erwartungen an spannende Gestaltungslösungen. Bei Insidern ist inzwischen längst bekannt, dass es der Firma aus dem Badischen mit Sitz an der französischen Grenze in den letzten Jahren immer wieder gelang, auf Messen Highlights zu setzen. Brunner, ein mittelständischer Betrieb, der von seinen Gründern Helena und Rolf Brunner geführt wird und mit rund 300 Mitarbeitern in etwa dem nationalen Branchendurchschnitt entspricht, hat sich von der Grauzone der Durchschnittsware mehr und mehr entfernt. Das passt ins Umfeld des Schwarzwaldes, Deutschlands Paradies der Tüftler und Techniker sowie Heimat so unterschiedlich profilierter Möbeldesigner wie Draenert und Rolf Benz. Um seine Unternehmensziele noch besser zu vermitteln, entstand jüngst ein neues, architektonisch ambitioniertes Kommunikationszentrum. Angestrebt werden Innovationen, „die das Leben der Menschen angenehmer gestalten“. Ein plausibles, fast banales Credo, das anspruchsvoller ist, als es klingt. Es könnte auch von Wolfgang C. R. Mezger stammen, dem Designer, der an Brunners neuem Kurs entscheidenden Anteil hat, und der im aktuellen Sortiment stark vertreten ist, vom Freischwinger Spira.sit bis zum modularen und sehr anpassungsfähigen Warteraum-Sitzprogramm Take. Trotz internem Entwicklungsteam, das Produkte zum Sortiment beisteuert, wie die Schichtholz-Stuhlserien Birdie, Eagle und Fox, ist die enge Zusammenarbeit mit externen Designern inzwischen Geschäftsprinzip. Weitere Ideenlieferanten von Rang, die für Brunner arbeiten, sind Matteo Thun mit dem Bürosystem MT.02 und Martin Ballendat mit verschiedenen Stühlen, wie z. B. Clear, einem für Macher und Marke eigentlich eher untypischen Minimalismus in Naturholz. Unter den zahlreichen Neuerungen der jüngsten Zeit waren Überraschungen wie der grazile Stuhl Milanolight von Mezger sowie der „fingerfertige“ Klapptisch Sleight von Lepper Schmidt Sommerlade, einem Team, das bei Brunner ebenfalls bereits eine Geschichte hat.