Haartrocker Pro 2000, Entwurf Dietrich Lubs 2002, Hersteller Braun
Ohrthermometer IRT Pro 3000, Entwurf Björn Kling, Dietrich Lubs und Till Winkler 1999, Hersteller Braun

Braun

Elektrogerätehersteller, Kronberg / Hessen

Ulm und Braun war eine einmalige Koinzidenz der Designgeschichte, aus der Neues entstehen konnte, in einer Radikalität, wie es damals wohl nur in Deutschland denkbar war. Unter der Ägide von Otl Aicher und dem neuen Werbechef Wolfgang Schmittel bestimmte nun konsequente, von Vernunft geleitete Sachlichkeit das Gesicht der Firma wie das ihrer Produkte, deren homogene Strenge weltweit zum Modell wurde. Unter der Leitung von Dieter Rams behielt die „Abteilung für Formgestaltung“, wie sie noch lange hieß, ihren exponierten Rang in der Firmenhierarchie. Die Verzahnung von Firmenauftritt und Produktästhetik ist nach dem von Peter Behrens erneuerten AEG-Konzern und der italienischen Firma Olivetti das berühmteste frühe Beispiel für ein durchrationalisiertes Erscheinungsbild. Braun sollte ein Gesamtkunstwerk sein und ein aufgeklärtes Lebensgefühl vermitteln. Das lebten auch die leitenden Mitarbeiter in ihren weißen, rechteckigen Wohnhäusern vor. Irgendwann überforderte das rasante Innovationstempo die Ressourcen der immer noch mittelständischen Firma. Die Übernahme durch den US-Konzern Gillette war die Folge. Aus einigen Sparten ist man seitdem ausgestiegen, darunter auch die Hifi-Produktion, das ehemalige Kerngeschäft.

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