Rasierer sixtant Sm 31, Entwurf Gerd Alfred Müller, Hans Gugelot und Friz Eicher 1962, Hersteller Braun

Braun

Elektrogerätehersteller, Kronberg / Hessen

Ob Phonogeräte, Küchenmaschinen oder Rasierer, seit den 50er Jahren hat Braun innovative Geräte entwickelt, die häufig zum Typus einer ganzen Produktgruppe wurden. Dabei ist selbst Insidern kaum bewusst, wie eng der Aufstieg des Braun-Designs mit den Ideen modernen Wohnens verknüpft war. Nach dem Tod von Firmengründer Max Braun übernahmen 1951 dessen Söhne Artur und Erwin die Familienfirma, die seit den 30er Jahren eigene Radios produziert hatte. Das neue UKW-Gerät war das erste bundesdeutsche Wohlstandssymbol. Zugleich standen diese klobigen „Musikmöbel“ für den restaurativen Geist. Durch eine frühe Meinungsumfrage wusste man, dass der Wunsch nach einem zeitgemäßen Lebensstil bis in die Mittelschicht hineinreichte. Mit modernen Modellen, die zu neuzeitlichen Möbeln passten, eine unbesetzte Marktnische zu erschließen, darin lag die wirtschaftliche Grundidee des Braun-Projekts. Die enge Verbindung zu Firmen wie Bofinger, Knoll und Rosenthal reflektierte diesen Ansatz ebenso wie die Zusammenarbeit mit progressiven Möbelgestaltern, darunter Hans Gugelot und Herbert Hirche. Zugleich wurde die Verbindung zur Hochschule für Gestaltung in Ulm geknüpft, die ihr Programm via Braun erstmals in die industrielle Wirklichkeit übertrug.

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