Systemschrank M 125 von Bofinger, Entwurf Hans Gugelot 1950

Bofinger

Möbelhersteller, Stuttgart / Baden-Württemberg

Als sein Vater starb, gab es nur einen kleinen Betrieb, aber kein Konzept. Möbel sollten kleiner, leichter und wenn möglich zerlegbar sein, war der Junior Rudolf Baresel-Bofinger überzeugt. Gemeinsam mit dem Pionier Hans Gugelot entwickelte er eine Idee, die Weltkarriere machte: M 125, der erste moderne Anbauschrank auf dem Markt. Und der war bereits zur Selbstmontage, ein ebenfalls wegweisendes Konzept.

 

Ulm, Braun, Bofinger

Der Visionär Bofinger – zuerst Schöngeist, dann erst Geschäftsmann – hatte eine Passion für die indische Kultur und war auch in manch anderer Hinsicht eine Ausnahmeerscheinung. Im frühen bundesdeutschen Möbeldesign spielte der Unorthodoxe - neben Vorreitern wie Christian Holzäpfel und Otto Zapf - eine ähnliche Schlüsselrolle wie die Firma Braun im Industriedesign, deren Inhaber Erwin Braun er persönlich kannte. Beide Entrepreneure waren inspiriert von der Hochschule für Gestaltung in Ulm, an der Gugelot lehrte.  »Was wollen wir?« heißt es in einem Prospekt aus den 60er Jahren. »Möbel, die abseits von jedem Modetrend stehen«. Ein Credo im Tonfall des klassischen Funktionalismus, den man mit modernen Mitteln weiterentwickeln wollte.

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